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Ev. Kirche Isselbach

Im Zentrum Isselbachs liegt die kleine Filialkirche der Gemeinde Eppenrod. Sie ist ein einschiffiges Kirchlein mit einem dreiseitigen Chor mit Kreuzgratgewölbe und einem spätgotischen Dachreiter. Ihr Alter lässt sich nicht genau feststellen. 1327 wird in einer Urkunde die Verwendung des Zehnten für die Capella zu Isselbach und Ruppenrod erwähnt, jedoch ist nicht klar, ob die Kapelle bereits bestand oder erst gebaut werden sollte, ob es sich um das heutige Gebäude oder einen Vorgängerbau handelte.

Eine Untersuchung der Eichenbalken von Dachstuhl und Kirchturm ergab, dass Beide im Jahr 1519 errichtet wurden. Die Kapelle selbst stammt noch aus vorreformatorischer Zeit. Die beiden Nischen im Chor zeugen davon: auf der linken Seite befindet sich eine Sakramentsnische (Tabernakel), in der Abendmahlsgerät und auch geweihte Hostien untergebracht waren. Rechts neben dem Altar befindet sich eine Piscina, eine Nische mit Ablagebord und einem Haken, an dem ein Weihwassergefäß hing. Der Boden der Piskina ist nach hinten zu abfallend. Dort konnten geweihtes Wasser wie Taufwasser und Wasser von der Reinigung des Kelches ausgeschüttet werden. Es versickerte im Bruchsteinmauerwerk der Kirche. Vor der Reformation gab es noch keine Bänke und Emporen, keine Kanzel und keinen Holztisch. Der Altar bestand aus Stein und enthielt eine Reliquie, durch die er geheiligt war.

Über dem Chorbogen ist vom Altar aus ein Balkenkopf zu sehen. Dieser Balken setzte sich ursprünglich im Kirchenschiff fort und trug die Decke. Er wurde nach unten abgestützt durch eine Säule, die von oben das Gewicht des Dachreiters trug.

Erst nach dem Dreißigjährigen Krieg setzte sich unter der Witwe des Grafen Peter Melander aus Holzappel die Reformation im Kirchspiel Eppenrod durch, zu dem inzwischen auch Isselbach gehörte. Sie ließ 1681 die Kriegsschäden an der Kirche in Eppenrod beseitigen und gestaltete den Innenraum evangelisch. 1700 geschah dies auch in Isselbach. Dort war ein erheblicher Eingriff in die Statik des Gebäudes nötig, um die Kirche mit Bänken und Emporen auszustatten: Der Unterzug und die Säule störten, sie wurden entfernt und die Decke an einem Längsüberzug aufgehängt. Zudem wurde im Dach ein Sprengwerk zur Ableitung der Kräfte auf das Mauerwerk eingebaut. Dabei wurde eine der Streben entfernt, die den Turm seitlich abstützte. Hierdurch neigte sich der Turm in den kommenden Jahrhunderten zum "schiefen Turm von Isselbach".

1760 war der Chor der Kapelle baufällig. Er hatte tiefe Risse bekommen und drohte auseinander zu brechen. 1765 erfolgte eine Maßnahme zu seiner Rettung, die bis heute ihren Zweck erfüllt: Man legte über die Mauerkrone im Chorraum ein Balkengitter, an dem die Außenwände mit Kreuzankern befestigt wurden.

1934 erfolgte eine grundlegende Renovierung, bei der die kleinen Fenster im Schiff vergrößert wurden. Durch einen Anbau im Westen wurde der Eingang auf die Nordseite der Kirche verlegt. Hierdurch wurde auch das Platzangebot auf der Empore vergrößert.

Heute stellt sich die Kirche in Isselbach dem Betrachter in ihrer schlichten Schönheit als eine evangelische Kirche reformierter Prägung dar: Es gibt keine bildliche Darstellung, auch kein Kruzifix. Nur im Deckengewölbe des Altarraums gibt es eine einfache Darstellung von Gottes segnender Hand. Der Altar ist keine Opferstätte, sondern der Tisch des Herrn, an dem sich die Gemeinde zum Abendmahl versammelt. Im Zentrum steht die Kanzel, von der aus das Wort Gottes für die Gemeinde ausgelegt wird.

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